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Idomeneus
Auftragsarbeit für das Bayerische Staatsschauspiel zur Wiedereröffnung des Cuvilliéstheaters 2008
Eine Gruppe von etwa zehn bis vierzehn Männern und Frauen. Es können auch mehr sein.
Idomeneus kehrt mit seiner Flotte erfolgreich aus dem trojanischen Krieg zurück. Doch kurz vor Kreta versinken neunundsiebzig seiner achtzig Schiffe. Verzweifelt beschwört Idomeneus das Meer. Für sein Überleben verspricht er, das erste Lebewesen zu opfern, welches in Kreta seinen Weg kreuzt. Noch ahnt er nicht, dass es sich dabei um seinen Sohn Idamantes handeln wird. In Mozarts Oper Idomeneo ist es Idamantes möglich, um sein Leben zu kämpfen und damit das Orakel zu besänftigen. Auf Grundlage des gleichen Opferversprechens spielt Roland Schimmelpfennig nun die Varianten der Idomeneusüberlieferungen durch, die vom blutigen Drama bis zum scheinbar friedlichen Ende reichen. In chorisch wechselnden Zusammensetzungen berichten Männer und Frauen von der königlichen Heimkehr, von der Illusion des gekauften Glücks und der Unausweichlichkeit des Tragischen. Mit ausgewählter Schlichtheit und präziser Schönheit erzählt sich so ein Mythos der Möglichkeiten. Eine Reflektion über die rettende Versuchung des Augenblicks, die den Blick für das Folgende zu trüben vermag. Und es bleibt ein Hoffen auf die Wendung zum Guten, auf den verzeihenden Gott aus Mozarts Oper. Zart und gleichzeitig dem unerbittlichen Gesetz der Götter folgend, nimmt Roland Schimmelpfennig sich dieses Königs an und entscheidet nach einigem Für und Wider, ihm seinen letzten Willen zu lassen. Wenngleich auch nur noch im übertragenen Sinne.
Uraufführung:
15.06.2008 | Cuvilliéstheater, München
Regie: Dieter Dorn
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